Serviceplan launcht AI Coworker fürs Marketing von KMUs

Serviceplan launcht AI Coworker fürs Marketing von KMUs

Interview

5 Minuten

08.03.2026

Zwei Frauen , etwa 30 Jahre alt, blcken in die Kamera, eine schwarzhaarig, eine blond

Mit digitalen AI Coworkern will die Serviceplan Group kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu professionellem Marketing-Knowhow erleichtern. Ab sofort können sie die KI-Agenten Hannah und Elena buchen, die dann Aufgaben wie Research oder Projektsteuerung übernehmen. Die Zusammenarbeit ist bewusst niedrigschwellig angelegt und erfolgt zum Beispiel über E-Mail oder WhatsApp. Im Interview erklärt Nina Matzat, General Manager bei Plan.Net Studios, warum das Angebot für KMUs sinnvoll ist und welche weiteren Agenten noch kommen sollen.

Frau Matzat, worin unterscheiden sich Ihre AI Coworker grundlegend von generischen KI-Tools, die viele Unternehmen heute bereits nutzen?

Serviceplan Agents sind spezialisiert auf eine zugewiesene Rolle, beispielsweise Marketing Research, Project Management oder Analyse und Visualisierung von Daten. Wir haben ihnen in diesen Rollen geballtes Wissen und Skills aus der Serviceplan Group „einprogrammiert“. Hinzu kommt, dass sie ihre professionelle, eigene Einschätzung mitgeben. Sie sind also nicht die typischen „Ja-Sager“ wie generische GPTs, die ja programmiert sind, um zu gefallen. Wenn die Daten der Recherche die Hypothese widerlegen, dann sagt Marketing Research Partner „Hannah“ das ziemlich straight. Wenn Timings oder Budgets nicht ausreichen, dann gibt „Elena“ als Projekt-Spezialistin Bescheid. Auch ein wesentlicher Vorteil: Wenn qualitativ hochwertige Daten benötigt werden, kann eine GPT das nicht leisten, weil sie keinen Zugriff hat auf Daten hinter Bezahlschranken, wie beispielsweise Statista. Serviceplan Agents können aber auf das gesamte Portfolio von KI-Agenten auf der Sökosumi Plattform, unserem Agentenmarktplatz, zugreifen, darunter auch Premium-Datenanbieter wie Statista, GWI Audience Insight, dpa und viele mehr. Hier wird also nicht der nächste Blog-Beitrag zitiert, wenn es um Statistiken geht, sondern zuverlässige und geprüfte Quellen, das ist Qualität auf Vorstandsberichtslevel.

"Agenten sind in Europa gehostet"

Und noch zwei wichtige Punkte: Unsere Agenten sind in Europa gehosted, wir entwickeln auf Europäischen Datenschutzstandards wie EU AI Act und GDPR. Und: Es können auch sensible Daten und Dokumente geteilt werden, da die Agenten in einer geschlossenen Umgebung beim Kunden agieren. Alles glasklare Vorteile und Unterschiede zu generischen GPTs.

Für welche Marketingaufgaben sehen Sie den größten Nutzen Ihrer AI Coworker bei kleinen und mittleren Unternehmen?

Grundsätzlich: für alle Marketingaufgaben. Von Angeboten, Budgets, Projektplänen, Mediaplänen, Timings, über Recherche, Frameworks, Trendanalysen, Social Media oder SEO-Audits, bis hin zu Daten Analyse, Auswertung, Interpretation und Visualisierung. Und ich greife schon mal vor: Es kommen noch ein paar weitere Agenten, die wesentliche Teile des Marketings abdecken werden. Wir entdecken ja selbst jeden Tag noch weitere Use Cases, die wir Hannah und Co geben können! Und wir sind wirklich gespannt, welche Use Cases sich aus der Nutzung durch unsere Kunden noch ergeben.

Warum haben Sie sich entschieden, dieses Angebot zunächst speziell für den Mittelstand zu entwickeln?

Wir wissen aus unseren Erfahrungen, wie schwer es kleine bis mittlere Unternehmen haben, die täglichen Marketingaufgaben mit kleinen Teams und limitierten Ressourcen zu erledigen. Es fehlt oft die Zeit, sich tief mit Strategie oder auch neuen Methoden und Technologien zu beschäftigen. Serviceplan Agents sollen und können große Abhilfe schaffen, in dem sie zeitintensive Aufgaben in Windeseile und Top-Qualität abarbeiten. Uns ist auch bewusst, dass KMUs oft keine großen IT-Abteilungen haben, die sich schon in der Tiefe mit AI beschäftigt haben. Daher war uns sehr wichtig, dass wir eine intuitive Anwendung ermöglichen. Serviceplan Agents sind da, wo jeder Mitarbeiter ist: in einer Email, in einem Chat, in einem geteilten Dokument. Niemand muss dafür ein neues Tool lernen. Klar, man lernt mit der Zeit, wie man das Beste aus ihnen rausholt und mit ihnen kommuniziert – auch wir tun das täglich! Aber es sind eben vertraute Kanäle und natürliche Sprache statt Prompts. Und: Wir wollten, dass großartige Agenturleistungen, wie die der Serviceplan Group, endlich auch verfügbar und wirtschaftlich zugänglich gemacht werden für diese Gruppe von Unternehmen. Deswegen haben wir flexible und wirklich günstige Abonnements geschaffen, die sich an Bedarf und wirtschaftlichen Möglichkeiten von noch so kleinen Unternehmen und Betrieben orientieren. Da ist wirklich für jeden etwas dabei.

Fünf Agenten decken das Marketing ab

Sie starten mit den beiden Agenten Hannah und Elena. Wie stellen Sie sicher, dass die Analysen von Hannah auf belastbaren Daten basieren und nicht nur automatisierte Zusammenfassungen aus dem Web liefern?

Zunächst einmal sind alle unsere Agenten an unseren Marktplatz Sökosumi angebunden, wie bereits erwähnt. Damit haben sie Zugriff auf Premium-Datenquellen. Und: Unsere Agenten sind ja „hardcoded“ auf die Lieferung von qualitativ hochwertigen Ergebnissen. Sie fragen nicht, wie zum Beispiel ChatGPT, das ganze Internet ab. Die Datenquellen sind dabei auch transparent einsehbar. Man kann Hannah und Co immer fragen, woher die Daten stammen oder sie explizit bitten – beispielsweise im „Deep Research“ Modus von Hannah – wirklich nur Premium-Datenquellen zu nutzen. Was nicht heißt, dass nicht auch Reddit & Co wertvoll sein können für Analysen, zum Beispiel für Consumer Sentiment, auch das kann explizit bei den Agenten angefordert werden. Aber wenn Premium benötigt wird, haben unsere Agenten Zugriff darauf.

Warum haben Sie sich entschieden, die Zusammenarbeit mit den Agenten über E-Mail und WhatsApp zu organisieren statt über eine klassische Plattformoberfläche?

Tatsächlich bieten wir alle möglichen Arten des Arbeitens mit unseren Agenten. Auf unserer Sökosumi-Plattform, auf der sie eingebunden sind, gibt es ein zentrales Task Board, auf dem alle laufenden Jobs mit Status zu sehen sind. Von hier können auch Aufgaben an die Agenten vergeben werden. Dann gibt es auf Sökosumi eine Chat-Funktion, ähnlich wie bei bekannten AI-Modellen. Diese wird von uns in den kommenden Wochen noch ausgebaut, damit hier auch Dokumente und Co angehängt werden können – im Task Board geht das auch schon, per Email sowieso. Im Zentrum steht aber vor allem die maximal intuitive Anwendung. Wir wissen als Technologie-Experten, dass wir dort sein müssen, wo Nutzer sind, statt sie zu einer neuen Anwendung zu „zwingen“. Je nahtloser AI integriert ist, je vertrauter die Anwendung ist, je einfacher und intuitiver die User Experience, desto lieber werden neue Technologien verwendet. Denken Sie an das iPhone. Da musste niemand mehr umständlich Tasten drücken oder Stylos betätigen (und verlieren): Auf einmal konnten wir intuitiv mit unseren Fingern einen ganzen Computer betätigen. Deswegen werden Serviceplan Agents in Email, Microsoft 365 Anwendungen, WhatsApp und zukünftig auch noch viele weitere Tools eingebunden. Sie sollen sich eben anfühlen wie echte Coworker und Kollegen, nicht wie ein weiteres neues Tool.

Zugriff auf Dekaden an Marketingwissen

Welche weiteren KI-Agenten sollen auf Hannah und Elena folgen?

Ha. Ein bisschen Spannung wollen wir ja noch aufrecht erhalten! Tatächlich ist auf Sökosumi bereits ein dritter Serviceplan Agent im Einsatz: Alex. Alex ergänzt Elena und Hannah bereits perfekt – unbedingt mal reinschauen! Zwei weitere sollen noch folgen. Mit dieser Gruppe von fünf Agents haben wir dann alle wesentlichen Marketingfunktionen abgedeckt. Jetzt könnte man fragen – Moment, nur fünf? Wir sehen in AI derzeit eine Entwicklung, die vor einem Jahr so noch nicht absehbar war. Bis vor kurzem glaubte man noch, dass hunderttausende von Agenten, auf Kleinstaufgaben spezialisiert, in den Markt strömen würden. Heute sehen wir, dass der Trend zu „spezialisierten Generalisten“ geht. Also Agenten, die ein ganzes Set von Skills haben und innerhalb dieser Kompetenzen eine ganze Reihe von Aufgaben erledigen können. Hannah kann beispielsweise alles, was mit Recherche, Marken, Positionierungen, Markt-, Trend- und Wettbewerbsanalysen zu tun hat. Aber auch Marketing Frameworks kann sie problemlos einbringen und entwickeln. Da steckt Spezialisierung drin, aber eben ein großer Fächer von Möglichen Anwendungen und Kompetenzen. Gleiches gilt für Ihre Coworker Kollegen.

Wie arbeiten die KI-Agenten zusammen, wenn sie Teil eines gemeinsamen Marketing-Teams werden?

Die Agenten haben gut definierte Rollen. Project Management, Marketing Research, Daten Analyse, etc. Wenn sie eine Aufgabe bekommen, die außerhalb ihres eigenen Scopes ist, übergeben sie an den nächsten Agenten – dies kommunizieren sie auch. Es ist im Board immer ersichtlich, welcher Agent an was arbeitet. Sie setzen dann ihre digitalen Kollegen in Emails in cc, holen sie automatisch mit dazu. Elena ist diejenige, die alle anderen Agenten zentral orchestriert, wenn man so will, da sie bei Projekten und komplexeren Workflows, die distribuiert werden müssen, oft den Hut auf hat. Man kann also eigentlich immer erstmal Elena anschreiben und ihr sagen, was man braucht oder vorhat. Sie nimmt dann die entsprechenden Agents mit dazu, wie ein guter Projekt Manager das machen würde.

"Es geht um Demokratisierung von Agenturqualität"

Wie könnte ein Marketingteam im Mittelstand in fünf Jahren aussehen, wenn sich solche Agenten durchsetzen?

Wir sehen einen entscheidenden Unterschied zu heute: kleine und mittlere Unternehmen haben erstmals Zugang zu Kapazitäten und Datenquellen, die bislang Großunternehmen mit großen Marketingabteilungen vorbehalten waren. Das ist der eigentliche Paradigmenwechsel. Es geht weniger um Automatisierung als um Demokratisierung von Agenturqualität. KMU Marketing-Teams können zeitaufwändige, inhaltlich oft repetitiven Aufgaben von Agenten erledigen lassen. Da ist dann auch mehr Zeit für Marketing-Strategie, Kundeninteraktion und -support, Entwicklung neuer Ideen durch das menschliche Team, welches das Unternehmen, die Marke und die Kunden gut kennt.

Ein Risiko von Agentic AI ist, dass sie vor allem als Möglichkeit zur Kostensenkung begriffen wird und womgöglich sogar Stellen abbaut werden. Damit verlieren Unternehmen potentiell die Urteilskraft, die nötig ist, um Agenten-Output kritisch zu bewerten. Für uns ist klar: die erfolgreichsten Teams werden nicht diejenigen sein, die die meisten Menschen durch Agenten ersetzen, sondern die, deren Mitarbeiter am besten mit Agenten zusammenarbeiten können. Mit Serviceplan Agents machen wir Dekaden an Marketingwissen der Serviceplan Group für alle verfügbar und skalierbar – davon profitieren vor allem KMUs, zumindest ist das unser großes Ziel.

Interview: Helmut van Rinsum

Nina Matzat, Co-Founder und General Manager bei Plan.Net Studios

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