Mit KI gegen Fake und MFA

Interview

9 Minuten

27.05.2024

Helmut van Rinsum

Das Unternehmen DoubleVerify verarbeitet täglich Hunderte Milliarden an Datentransaktionen. Ohne Künstliche Intelligenz wäre dies nicht möglich. Im Interview spricht VP Michael Fuhrmann (Foto) über die zunehmend wichtige Rolle von KI, die wachsende Content-Flut und den Kampf gegen Fake Websites.

Als Messdienstleister liest DoubleVerify jeden Tag viele Milliarden Datentransaktionen aus. Wäre das ohne Künstliche Intelligenz überhaupt noch zu leisten?

Michael Fuhrmann: Wir nutzen KI seit vielen Jahren, um den Herausforderungen im digitalen Werbeumfeld effektiv zu begegnen. Mit Hilfe von KI verarbeiten wir tatsächlich täglich Hunderte Milliarden Datentransaktionen, um Ad Fraud zu identifizieren und zu bewerten, ob eine Impression von hoher Qualität ist.  KI-Technologien sind hier unerlässlich, da die manuelle Verarbeitung dieser Datenmenge nicht realisierbar wäre. Unsere Fähigkeit, große Datensätze durch den KI-Einsatz in Echtzeit zu analysieren, ermöglicht es uns, Trends und Muster zu erkennen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben würden.

KI ist bei Euch seit vielen Jahren fester Bestandteil. Hat das die Kunden eigentlich interessiert?

Fuhrmann: Anfänglich lag das Hauptinteresse unserer Kunden auf den Ergebnissen unserer Arbeit. Mit der Zeit, insbesondere seit dem Aufkommen und der Beliebtheit von generativen Technologien wie Chat GPT, ist das Bewusstsein und Interesse an den technologischen Grundlagen und den Möglichkeiten, die KI für die digitale Werbung bietet, signifikant gestiegen. Kunden erkennen zunehmend, wie wichtig die Rolle der KI für die Genauigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit unserer Dienstleistungen ist. Dies hat zu einem verstärkten Kundeninteresse an den Predictive AI-Technologien und -Methoden geführt, die wir einsetzen, um Ad Fraud zu bekämpfen, die Qualität von Werbekampagnen zu messen und letztlich den ROI der Werbetreibenden zu optimieren.

Die technologische Entwicklung hat sich bei KI rasant beschleunigt. Welche Auswirkungen hat das Ihrer Beobachtung nach auf die Content-Erstellung und MFA-Seiten?

Herausforderung: Flut an generiertem Content

Fuhrmann: Die rasante Entwicklung hat zu einer Zunahme sowohl von hochwertigem als auch minderwertigem Content geführt. Diese Dynamik erhöht die Komplexität im digitalen Werbeumfeld erheblich, da die Unterscheidung zwischen qualitativen und nicht qualitativen Inhalten schwieriger wird. Einerseits ermöglicht KI die schnelle Erzeugung personalisierten Contents, was die Adressierbarkeit verbessert. Andererseits erschwert die Flut an generiertem Content die Aufrechterhaltung der Content-Integrität und stellt Werbetreibende sowie Publisher vor Herausforderungen, ihre Botschaften wirksam zu platzieren und zu verifizieren. KI-generierte Inhalte, die menschlichen sehr ähnlich sind, erfordern fortschrittliche Analysetools für eine effektive Verifizierung.

Wie reagieren Sie auf MFA-Seiten?

Fuhrmann: Wir haben unsere Lösungen für Brand Safety und Suitability ausgebaut. Diese umfassen nun spezifische Kategorien, die den Werbetreibenden mehr Wahlmöglichkeiten bieten, ob sie bestimmte Schwellenwerte des Werbeverhaltens, die typisch für MFA-Publisher sind, akzeptieren oder nicht. Durch die Analyse und Klassifizierung von Webseiten nach ihren charakteristischen Merkmalen – wie hohe Anzeigendichte, deutlich mehr Traffic aus bezahlten als aus organischen Quellen oder wortwörtliche Inhaltsduplikation – können wir eine präzise Grundlage für die Entscheidungsfindung bieten.

Wurde das Business dadurch komplexer?

Fuhrmann: Ja, die technologische Entwicklung durch die KI hat das Business zweifellos komplexer gemacht. Diese Komplexität äußert sich in der Notwendigkeit, fortgeschrittene Technologien und Strategien zu entwickeln, um sowohl die Qualität als auch die Sicherheit digitaler Werbeinhalte zu gewährleisten. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von User Generated Content und MFA-Seiten stellt Werbetreibende und Dienstleister wie uns vor neue Herausforderungen. Es erfordert kontinuierliche Innovation und Anpassung, um effektive Verifizierungsmechanismen zu schaffen, die Authentizität und Relevanz in einem ständig wandelnden digitalen Ökosystem sicherstellen.

Content Farmen: Weiterentwicklung von KI ist entscheidend

Ist eigentlich KI-Content und jede MFA-Site ein No-Go? Oder gibt es auch akzeptable Formen?

Fuhrmann: Nicht alle KI-generierten Inhalte oder jede MFA-Site sind grundsätzlich problematisch. Es gibt durchaus akzeptable Formen, die einen Mehrwert bieten und ethische sowie Qualitätsstandards erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, qualitativ hochwertigen von manipulativem oder irreführendem Content zu unterscheiden. Es ist wichtig, eine differenzierte Betrachtung anzustreben, um das Potenzial von innovativen Technologien zu nutzen, ohne die Markenintegrität zu gefährden. Es bedarf sorgfältiger Überlegungen und Strategien, um sicherzustellen, dass die Nutzung von KI in der Content-Erstellung und die Präsenz auf MFA-Seiten die Markenwerte unterstützen und fördern, anstatt sie zu untergraben.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Muss die KI immer cleverer werden, um Content-Farmen und Fake-Sites zu identifizieren?

Fuhrmann: Die Entwicklung und Verfeinerung von KI-Technologien ist entscheidend, um mit den immer komplexeren Methoden von Content-Farmen und Fake Sites Schritt zu halten. KI muss nicht nur cleverer werden, sondern auch anpassungsfähiger, um subtilere Formen von Ad Fraud und irreführenden Inhalten zu erkennen. Diese kontinuierliche Evolution wird die Entwicklung präziserer und effektiverer Mechanismen ermöglichen, um solche Bedrohungen zu identifizieren und abzuwehren.

Welche Pläne stehen in diesem Jahr noch ganz oben?

Fuhrmann: Das explosive Wachstum sozialer Medien eröffnet Marketern einzigartige Chancen, aktive Zielgruppen direkt zu erreichen. Wir pflegen enge Partnerschaften mit führenden sozialen Plattformen, um Werbetreibenden Lösungen zu bieten, die nicht nur den Markenwert schützen, sondern auch die Performance skalierbar verbessern. Wir erweitern deshalb unsere Brand Suitability-Lösungen auf neue sozialen Plattformen und bieten damit umfangreichen Schutz, während sich die Landschaft der sozialen Medien weiter fragmentiert. Connected TV ist ein weiterer wichtiger Fokus. Wir setzen uns dafür ein, in diesem schnell wachsenden Kanal die Transparenz auf granularer Ebene zu stärken. Dies schließt eine detaillierte Betrachtung der Medienqualität ein, einschließlich Kriterien wie Brand Suitability, Ad Fraud und Viewability.

Michael Fuhrmann ist seit 25 Jahren in der Adtech-Branche tätig und war auch lange bei Google tätig. Zu seiner Aufgabe als Regional Vice President bei Double Verify gehört es, die weltweit führende Position als Mess- und Analyseplattform für digitale Medien in DACH und Zentralosteuropa zu stärken und die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit Marken, Agenturen und Medienplattformen zu intensivieren.




Mit KI gegen Fake und MFA

Interview

9 Minuten

27.05.2024

Helmut van Rinsum

Das Unternehmen DoubleVerify verarbeitet täglich Hunderte Milliarden an Datentransaktionen. Ohne Künstliche Intelligenz wäre dies nicht möglich. Im Interview spricht VP Michael Fuhrmann (Foto) über die zunehmend wichtige Rolle von KI, die wachsende Content-Flut und den Kampf gegen Fake Websites.

Als Messdienstleister liest DoubleVerify jeden Tag viele Milliarden Datentransaktionen aus. Wäre das ohne Künstliche Intelligenz überhaupt noch zu leisten?

Michael Fuhrmann: Wir nutzen KI seit vielen Jahren, um den Herausforderungen im digitalen Werbeumfeld effektiv zu begegnen. Mit Hilfe von KI verarbeiten wir tatsächlich täglich Hunderte Milliarden Datentransaktionen, um Ad Fraud zu identifizieren und zu bewerten, ob eine Impression von hoher Qualität ist.  KI-Technologien sind hier unerlässlich, da die manuelle Verarbeitung dieser Datenmenge nicht realisierbar wäre. Unsere Fähigkeit, große Datensätze durch den KI-Einsatz in Echtzeit zu analysieren, ermöglicht es uns, Trends und Muster zu erkennen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben würden.

KI ist bei Euch seit vielen Jahren fester Bestandteil. Hat das die Kunden eigentlich interessiert?

Fuhrmann: Anfänglich lag das Hauptinteresse unserer Kunden auf den Ergebnissen unserer Arbeit. Mit der Zeit, insbesondere seit dem Aufkommen und der Beliebtheit von generativen Technologien wie Chat GPT, ist das Bewusstsein und Interesse an den technologischen Grundlagen und den Möglichkeiten, die KI für die digitale Werbung bietet, signifikant gestiegen. Kunden erkennen zunehmend, wie wichtig die Rolle der KI für die Genauigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit unserer Dienstleistungen ist. Dies hat zu einem verstärkten Kundeninteresse an den Predictive AI-Technologien und -Methoden geführt, die wir einsetzen, um Ad Fraud zu bekämpfen, die Qualität von Werbekampagnen zu messen und letztlich den ROI der Werbetreibenden zu optimieren.

Die technologische Entwicklung hat sich bei KI rasant beschleunigt. Welche Auswirkungen hat das Ihrer Beobachtung nach auf die Content-Erstellung und MFA-Seiten?

Herausforderung: Flut an generiertem Content

Fuhrmann: Die rasante Entwicklung hat zu einer Zunahme sowohl von hochwertigem als auch minderwertigem Content geführt. Diese Dynamik erhöht die Komplexität im digitalen Werbeumfeld erheblich, da die Unterscheidung zwischen qualitativen und nicht qualitativen Inhalten schwieriger wird. Einerseits ermöglicht KI die schnelle Erzeugung personalisierten Contents, was die Adressierbarkeit verbessert. Andererseits erschwert die Flut an generiertem Content die Aufrechterhaltung der Content-Integrität und stellt Werbetreibende sowie Publisher vor Herausforderungen, ihre Botschaften wirksam zu platzieren und zu verifizieren. KI-generierte Inhalte, die menschlichen sehr ähnlich sind, erfordern fortschrittliche Analysetools für eine effektive Verifizierung.

Wie reagieren Sie auf MFA-Seiten?

Fuhrmann: Wir haben unsere Lösungen für Brand Safety und Suitability ausgebaut. Diese umfassen nun spezifische Kategorien, die den Werbetreibenden mehr Wahlmöglichkeiten bieten, ob sie bestimmte Schwellenwerte des Werbeverhaltens, die typisch für MFA-Publisher sind, akzeptieren oder nicht. Durch die Analyse und Klassifizierung von Webseiten nach ihren charakteristischen Merkmalen – wie hohe Anzeigendichte, deutlich mehr Traffic aus bezahlten als aus organischen Quellen oder wortwörtliche Inhaltsduplikation – können wir eine präzise Grundlage für die Entscheidungsfindung bieten.

Wurde das Business dadurch komplexer?

Fuhrmann: Ja, die technologische Entwicklung durch die KI hat das Business zweifellos komplexer gemacht. Diese Komplexität äußert sich in der Notwendigkeit, fortgeschrittene Technologien und Strategien zu entwickeln, um sowohl die Qualität als auch die Sicherheit digitaler Werbeinhalte zu gewährleisten. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von User Generated Content und MFA-Seiten stellt Werbetreibende und Dienstleister wie uns vor neue Herausforderungen. Es erfordert kontinuierliche Innovation und Anpassung, um effektive Verifizierungsmechanismen zu schaffen, die Authentizität und Relevanz in einem ständig wandelnden digitalen Ökosystem sicherstellen.

Content Farmen: Weiterentwicklung von KI ist entscheidend

Ist eigentlich KI-Content und jede MFA-Site ein No-Go? Oder gibt es auch akzeptable Formen?

Fuhrmann: Nicht alle KI-generierten Inhalte oder jede MFA-Site sind grundsätzlich problematisch. Es gibt durchaus akzeptable Formen, die einen Mehrwert bieten und ethische sowie Qualitätsstandards erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, qualitativ hochwertigen von manipulativem oder irreführendem Content zu unterscheiden. Es ist wichtig, eine differenzierte Betrachtung anzustreben, um das Potenzial von innovativen Technologien zu nutzen, ohne die Markenintegrität zu gefährden. Es bedarf sorgfältiger Überlegungen und Strategien, um sicherzustellen, dass die Nutzung von KI in der Content-Erstellung und die Präsenz auf MFA-Seiten die Markenwerte unterstützen und fördern, anstatt sie zu untergraben.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Muss die KI immer cleverer werden, um Content-Farmen und Fake-Sites zu identifizieren?

Fuhrmann: Die Entwicklung und Verfeinerung von KI-Technologien ist entscheidend, um mit den immer komplexeren Methoden von Content-Farmen und Fake Sites Schritt zu halten. KI muss nicht nur cleverer werden, sondern auch anpassungsfähiger, um subtilere Formen von Ad Fraud und irreführenden Inhalten zu erkennen. Diese kontinuierliche Evolution wird die Entwicklung präziserer und effektiverer Mechanismen ermöglichen, um solche Bedrohungen zu identifizieren und abzuwehren.

Welche Pläne stehen in diesem Jahr noch ganz oben?

Fuhrmann: Das explosive Wachstum sozialer Medien eröffnet Marketern einzigartige Chancen, aktive Zielgruppen direkt zu erreichen. Wir pflegen enge Partnerschaften mit führenden sozialen Plattformen, um Werbetreibenden Lösungen zu bieten, die nicht nur den Markenwert schützen, sondern auch die Performance skalierbar verbessern. Wir erweitern deshalb unsere Brand Suitability-Lösungen auf neue sozialen Plattformen und bieten damit umfangreichen Schutz, während sich die Landschaft der sozialen Medien weiter fragmentiert. Connected TV ist ein weiterer wichtiger Fokus. Wir setzen uns dafür ein, in diesem schnell wachsenden Kanal die Transparenz auf granularer Ebene zu stärken. Dies schließt eine detaillierte Betrachtung der Medienqualität ein, einschließlich Kriterien wie Brand Suitability, Ad Fraud und Viewability.

Michael Fuhrmann ist seit 25 Jahren in der Adtech-Branche tätig und war auch lange bei Google tätig. Zu seiner Aufgabe als Regional Vice President bei Double Verify gehört es, die weltweit führende Position als Mess- und Analyseplattform für digitale Medien in DACH und Zentralosteuropa zu stärken und die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit Marken, Agenturen und Medienplattformen zu intensivieren.




Mit KI gegen Fake und MFA

Interview

9 Minuten

27.05.2024

Helmut van Rinsum

Das Unternehmen DoubleVerify verarbeitet täglich Hunderte Milliarden an Datentransaktionen. Ohne Künstliche Intelligenz wäre dies nicht möglich. Im Interview spricht VP Michael Fuhrmann (Foto) über die zunehmend wichtige Rolle von KI, die wachsende Content-Flut und den Kampf gegen Fake Websites.

Als Messdienstleister liest DoubleVerify jeden Tag viele Milliarden Datentransaktionen aus. Wäre das ohne Künstliche Intelligenz überhaupt noch zu leisten?

Michael Fuhrmann: Wir nutzen KI seit vielen Jahren, um den Herausforderungen im digitalen Werbeumfeld effektiv zu begegnen. Mit Hilfe von KI verarbeiten wir tatsächlich täglich Hunderte Milliarden Datentransaktionen, um Ad Fraud zu identifizieren und zu bewerten, ob eine Impression von hoher Qualität ist.  KI-Technologien sind hier unerlässlich, da die manuelle Verarbeitung dieser Datenmenge nicht realisierbar wäre. Unsere Fähigkeit, große Datensätze durch den KI-Einsatz in Echtzeit zu analysieren, ermöglicht es uns, Trends und Muster zu erkennen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben würden.

KI ist bei Euch seit vielen Jahren fester Bestandteil. Hat das die Kunden eigentlich interessiert?

Fuhrmann: Anfänglich lag das Hauptinteresse unserer Kunden auf den Ergebnissen unserer Arbeit. Mit der Zeit, insbesondere seit dem Aufkommen und der Beliebtheit von generativen Technologien wie Chat GPT, ist das Bewusstsein und Interesse an den technologischen Grundlagen und den Möglichkeiten, die KI für die digitale Werbung bietet, signifikant gestiegen. Kunden erkennen zunehmend, wie wichtig die Rolle der KI für die Genauigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit unserer Dienstleistungen ist. Dies hat zu einem verstärkten Kundeninteresse an den Predictive AI-Technologien und -Methoden geführt, die wir einsetzen, um Ad Fraud zu bekämpfen, die Qualität von Werbekampagnen zu messen und letztlich den ROI der Werbetreibenden zu optimieren.

Die technologische Entwicklung hat sich bei KI rasant beschleunigt. Welche Auswirkungen hat das Ihrer Beobachtung nach auf die Content-Erstellung und MFA-Seiten?

Herausforderung: Flut an generiertem Content

Fuhrmann: Die rasante Entwicklung hat zu einer Zunahme sowohl von hochwertigem als auch minderwertigem Content geführt. Diese Dynamik erhöht die Komplexität im digitalen Werbeumfeld erheblich, da die Unterscheidung zwischen qualitativen und nicht qualitativen Inhalten schwieriger wird. Einerseits ermöglicht KI die schnelle Erzeugung personalisierten Contents, was die Adressierbarkeit verbessert. Andererseits erschwert die Flut an generiertem Content die Aufrechterhaltung der Content-Integrität und stellt Werbetreibende sowie Publisher vor Herausforderungen, ihre Botschaften wirksam zu platzieren und zu verifizieren. KI-generierte Inhalte, die menschlichen sehr ähnlich sind, erfordern fortschrittliche Analysetools für eine effektive Verifizierung.

Wie reagieren Sie auf MFA-Seiten?

Fuhrmann: Wir haben unsere Lösungen für Brand Safety und Suitability ausgebaut. Diese umfassen nun spezifische Kategorien, die den Werbetreibenden mehr Wahlmöglichkeiten bieten, ob sie bestimmte Schwellenwerte des Werbeverhaltens, die typisch für MFA-Publisher sind, akzeptieren oder nicht. Durch die Analyse und Klassifizierung von Webseiten nach ihren charakteristischen Merkmalen – wie hohe Anzeigendichte, deutlich mehr Traffic aus bezahlten als aus organischen Quellen oder wortwörtliche Inhaltsduplikation – können wir eine präzise Grundlage für die Entscheidungsfindung bieten.

Wurde das Business dadurch komplexer?

Fuhrmann: Ja, die technologische Entwicklung durch die KI hat das Business zweifellos komplexer gemacht. Diese Komplexität äußert sich in der Notwendigkeit, fortgeschrittene Technologien und Strategien zu entwickeln, um sowohl die Qualität als auch die Sicherheit digitaler Werbeinhalte zu gewährleisten. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von User Generated Content und MFA-Seiten stellt Werbetreibende und Dienstleister wie uns vor neue Herausforderungen. Es erfordert kontinuierliche Innovation und Anpassung, um effektive Verifizierungsmechanismen zu schaffen, die Authentizität und Relevanz in einem ständig wandelnden digitalen Ökosystem sicherstellen.

Content Farmen: Weiterentwicklung von KI ist entscheidend

Ist eigentlich KI-Content und jede MFA-Site ein No-Go? Oder gibt es auch akzeptable Formen?

Fuhrmann: Nicht alle KI-generierten Inhalte oder jede MFA-Site sind grundsätzlich problematisch. Es gibt durchaus akzeptable Formen, die einen Mehrwert bieten und ethische sowie Qualitätsstandards erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, qualitativ hochwertigen von manipulativem oder irreführendem Content zu unterscheiden. Es ist wichtig, eine differenzierte Betrachtung anzustreben, um das Potenzial von innovativen Technologien zu nutzen, ohne die Markenintegrität zu gefährden. Es bedarf sorgfältiger Überlegungen und Strategien, um sicherzustellen, dass die Nutzung von KI in der Content-Erstellung und die Präsenz auf MFA-Seiten die Markenwerte unterstützen und fördern, anstatt sie zu untergraben.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Muss die KI immer cleverer werden, um Content-Farmen und Fake-Sites zu identifizieren?

Fuhrmann: Die Entwicklung und Verfeinerung von KI-Technologien ist entscheidend, um mit den immer komplexeren Methoden von Content-Farmen und Fake Sites Schritt zu halten. KI muss nicht nur cleverer werden, sondern auch anpassungsfähiger, um subtilere Formen von Ad Fraud und irreführenden Inhalten zu erkennen. Diese kontinuierliche Evolution wird die Entwicklung präziserer und effektiverer Mechanismen ermöglichen, um solche Bedrohungen zu identifizieren und abzuwehren.

Welche Pläne stehen in diesem Jahr noch ganz oben?

Fuhrmann: Das explosive Wachstum sozialer Medien eröffnet Marketern einzigartige Chancen, aktive Zielgruppen direkt zu erreichen. Wir pflegen enge Partnerschaften mit führenden sozialen Plattformen, um Werbetreibenden Lösungen zu bieten, die nicht nur den Markenwert schützen, sondern auch die Performance skalierbar verbessern. Wir erweitern deshalb unsere Brand Suitability-Lösungen auf neue sozialen Plattformen und bieten damit umfangreichen Schutz, während sich die Landschaft der sozialen Medien weiter fragmentiert. Connected TV ist ein weiterer wichtiger Fokus. Wir setzen uns dafür ein, in diesem schnell wachsenden Kanal die Transparenz auf granularer Ebene zu stärken. Dies schließt eine detaillierte Betrachtung der Medienqualität ein, einschließlich Kriterien wie Brand Suitability, Ad Fraud und Viewability.

Michael Fuhrmann ist seit 25 Jahren in der Adtech-Branche tätig und war auch lange bei Google tätig. Zu seiner Aufgabe als Regional Vice President bei Double Verify gehört es, die weltweit führende Position als Mess- und Analyseplattform für digitale Medien in DACH und Zentralosteuropa zu stärken und die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit Marken, Agenturen und Medienplattformen zu intensivieren.




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