Eva Werle: „Verantwortungsvolle KI macht Unternehmen zukunftsfähig“
Eva Werle: „Verantwortungsvolle KI macht Unternehmen zukunftsfähig“
Interview
5 Minuten
27.02.2025
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Wie kann KI ethisch vertretbar genutzt werden? Welche Standards braucht es, um Vertrauen zu schaffen? Und ist eine Regulierung wirklich eine Innovationsbremse? Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat zu diesen höchst aktuellen Fragen ein Whitepaper veröffentlicht. Eva Werle, Vizepräsidentin des BVDW, erklärt im Interview, warum klare Prinzipien für Fairness, Transparenz und Datenschutz notwendig sind. Und warum sie auch ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sein können.
Frau Werle, warum hat der BVDW ein Whitepaper zu verantwortungsvoller KI veröffentlicht, obwohl es bereits ähnliche Dokumente gibt?
Wir sehen, dass viele Unternehmen in Deutschland immer noch mit der Implementierung von KI kämpfen. Dabei entstehen Unsicherheiten, gerade bei ethischen Fragen: Wie setze ich KI verantwortungsvoll ein? Was ist erlaubt, und wie stelle ich sicher, dass ich niemanden benachteilige? Unser Ziel war es, genau hier anzusetzen: Wissen vermitteln, Unsicherheiten abbauen und Unternehmen mit klaren Leitlinien unterstützen. Wenn diese Barrieren überwunden sind, können wir das Potenzial von KI viel besser ausschöpfen.
Was konkret bieten die sechs Prinzipien, die im Whitepaper vorgestellt werden?
Die Prinzipien – Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, Datenschutz, Sicherheit und Robustheit – sind zentrale Leitlinien. Sie helfen Unternehmen nicht nur, Vertrauen aufzubauen, sondern auch, KI nachhaltig einzusetzen. Besonders wichtig ist Transparenz. Unsere begleitende repräsentativen Befragung zeigt, dass 73 Prozent der Deutschen intransparente KI-Produkte meiden würden. Das ist eine klare Botschaft. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind essenziell, um Akzeptanz und langfristige Kundentreue zu sichern.
Wie unterstützt der BVDW Unternehmen konkret bei der Umsetzung dieser Prinzipien?
Wir bieten unseren Mitgliedern eine breite Palette an Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Arbeitsgruppen, Webinare und Weiterbildungen wie unser Kurs zum „AI Officer“. Dieser vermittelt technische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte. Besonders wertvoll sind auch unsere Labs: Hier können sich Mitglieder in lockerer Atmosphäre mit anderen Expert:innen austauschen. Es geht uns darum, Wissen zugänglich zu machen und den Weg für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung zu ebnen.
"Jobs verändern sich, fallen aber nicht weg"
Gibt es auch Stimmen, die meinen, solche ethischen Standards könnten die Entwicklung bremsen?
Diese Bedenken gibt es, und sie sind in Teilen nachvollziehbar. Besonders kleinere Unternehmen mit begrenzten Ressourcen sehen darin manchmal eine zusätzliche Hürde. Ich glaube aber, dass Standards und Regeln letztlich helfen, Klarheit und Sicherheit zu schaffen. Ja, der Einstieg erfordert Aufwand, aber auf lange Sicht macht er Unternehmen agiler und handlungsfähiger. Es ist besser, sich aktiv mit diesen Hürden auseinanderzusetzen, als sie unbewusst als Blockade wahrzunehmen.
Kann der Fokus auf ethische Standards letztendlich ein Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen sein?
Absolut. Regulierung wird oft als Bremse wahrgenommen, aber sie schafft auch Vertrauen und Stabilität – und das sind wichtige Wettbewerbsvorteile. Deutsche Unternehmen, die sich klar zu ethischen Standards bekennen, können sich positiv von der Konkurrenz abheben. Das Vertrauen von Kunden und Investoren basiert auf solchen Prinzipien, und das macht sie zu einem Erfolgsfaktor.
Wie bewerten Sie die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzen könnte?
Diese Diskussion ist vielschichtig und hängt stark von der Branche ab. Sicherlich wird KI repetitive Aufgaben übernehmen, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze verschwinden. Vielmehr verschieben sich Aufgabenbereiche. Es werden neue Rollen entstehen, etwa für die Steuerung von KI-Projekten, die Einhaltung ethischer Standards oder das Change-Management. Kurzfristig wird es eher darauf hinauslaufen, dass sich bestehende Jobs verändern, anstatt dass sie komplett wegfallen.
"Stillstand ist die schlechteste Wahl"
Ein Thema, das ebenfalls stark diskutiert wird, ist der steigende Energieverbrauch durch KI. Wie sieht der BVDW hier die Verantwortung der Digitalwirtschaft?
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für die digitale Wirtschaft, auch für uns als Verband. Wir sehen es als unsere Aufgabe, ein Bewusstsein für die Ressourcen zu schaffen, die Technologien verbrauchen. Das betrifft nicht nur KI, sondern auch die allgemeine Nutzung digitaler Systeme. Mit unserem Corporate Digital Responsibility (CDR) Award zeichnen wir deshalb Unternehmen aus, die nachhaltige, innovative und auch effiziente Lösungen entwickeln.
Was ist für Sie persönlich der wichtigste Aspekt des Whitepapers?
Für mich ist die Vertrauensbildung entscheidend. Dieses Whitepaper soll Unternehmen helfen, Barrieren zu überwinden und Wachstum zu fördern. Ich bin überzeugt, dass Stillstand die schlechteste Wahl ist. Mit diesem Papier leisten wir einen Beitrag dazu, die Zukunft aktiv zu gestalten. Es zeigt, dass ethische Prinzipien nicht als Einschränkung, sondern als Grundlage für nachhaltigen Fortschritt verstanden werden können.
Interview: Helmut van Rinsum
Frau Werle, warum hat der BVDW ein Whitepaper zu verantwortungsvoller KI veröffentlicht, obwohl es bereits ähnliche Dokumente gibt?
Wir sehen, dass viele Unternehmen in Deutschland immer noch mit der Implementierung von KI kämpfen. Dabei entstehen Unsicherheiten, gerade bei ethischen Fragen: Wie setze ich KI verantwortungsvoll ein? Was ist erlaubt, und wie stelle ich sicher, dass ich niemanden benachteilige? Unser Ziel war es, genau hier anzusetzen: Wissen vermitteln, Unsicherheiten abbauen und Unternehmen mit klaren Leitlinien unterstützen. Wenn diese Barrieren überwunden sind, können wir das Potenzial von KI viel besser ausschöpfen.
Was konkret bieten die sechs Prinzipien, die im Whitepaper vorgestellt werden?
Die Prinzipien – Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, Datenschutz, Sicherheit und Robustheit – sind zentrale Leitlinien. Sie helfen Unternehmen nicht nur, Vertrauen aufzubauen, sondern auch, KI nachhaltig einzusetzen. Besonders wichtig ist Transparenz. Unsere begleitende repräsentativen Befragung zeigt, dass 73 Prozent der Deutschen intransparente KI-Produkte meiden würden. Das ist eine klare Botschaft. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind essenziell, um Akzeptanz und langfristige Kundentreue zu sichern.
Wie unterstützt der BVDW Unternehmen konkret bei der Umsetzung dieser Prinzipien?
Wir bieten unseren Mitgliedern eine breite Palette an Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Arbeitsgruppen, Webinare und Weiterbildungen wie unser Kurs zum „AI Officer“. Dieser vermittelt technische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte. Besonders wertvoll sind auch unsere Labs: Hier können sich Mitglieder in lockerer Atmosphäre mit anderen Expert:innen austauschen. Es geht uns darum, Wissen zugänglich zu machen und den Weg für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung zu ebnen.
"Jobs verändern sich, fallen aber nicht weg"
Gibt es auch Stimmen, die meinen, solche ethischen Standards könnten die Entwicklung bremsen?
Diese Bedenken gibt es, und sie sind in Teilen nachvollziehbar. Besonders kleinere Unternehmen mit begrenzten Ressourcen sehen darin manchmal eine zusätzliche Hürde. Ich glaube aber, dass Standards und Regeln letztlich helfen, Klarheit und Sicherheit zu schaffen. Ja, der Einstieg erfordert Aufwand, aber auf lange Sicht macht er Unternehmen agiler und handlungsfähiger. Es ist besser, sich aktiv mit diesen Hürden auseinanderzusetzen, als sie unbewusst als Blockade wahrzunehmen.
Kann der Fokus auf ethische Standards letztendlich ein Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen sein?
Absolut. Regulierung wird oft als Bremse wahrgenommen, aber sie schafft auch Vertrauen und Stabilität – und das sind wichtige Wettbewerbsvorteile. Deutsche Unternehmen, die sich klar zu ethischen Standards bekennen, können sich positiv von der Konkurrenz abheben. Das Vertrauen von Kunden und Investoren basiert auf solchen Prinzipien, und das macht sie zu einem Erfolgsfaktor.
Wie bewerten Sie die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzen könnte?
Diese Diskussion ist vielschichtig und hängt stark von der Branche ab. Sicherlich wird KI repetitive Aufgaben übernehmen, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze verschwinden. Vielmehr verschieben sich Aufgabenbereiche. Es werden neue Rollen entstehen, etwa für die Steuerung von KI-Projekten, die Einhaltung ethischer Standards oder das Change-Management. Kurzfristig wird es eher darauf hinauslaufen, dass sich bestehende Jobs verändern, anstatt dass sie komplett wegfallen.
"Stillstand ist die schlechteste Wahl"
Ein Thema, das ebenfalls stark diskutiert wird, ist der steigende Energieverbrauch durch KI. Wie sieht der BVDW hier die Verantwortung der Digitalwirtschaft?
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für die digitale Wirtschaft, auch für uns als Verband. Wir sehen es als unsere Aufgabe, ein Bewusstsein für die Ressourcen zu schaffen, die Technologien verbrauchen. Das betrifft nicht nur KI, sondern auch die allgemeine Nutzung digitaler Systeme. Mit unserem Corporate Digital Responsibility (CDR) Award zeichnen wir deshalb Unternehmen aus, die nachhaltige, innovative und auch effiziente Lösungen entwickeln.
Was ist für Sie persönlich der wichtigste Aspekt des Whitepapers?
Für mich ist die Vertrauensbildung entscheidend. Dieses Whitepaper soll Unternehmen helfen, Barrieren zu überwinden und Wachstum zu fördern. Ich bin überzeugt, dass Stillstand die schlechteste Wahl ist. Mit diesem Papier leisten wir einen Beitrag dazu, die Zukunft aktiv zu gestalten. Es zeigt, dass ethische Prinzipien nicht als Einschränkung, sondern als Grundlage für nachhaltigen Fortschritt verstanden werden können.
Interview: Helmut van Rinsum
Frau Werle, warum hat der BVDW ein Whitepaper zu verantwortungsvoller KI veröffentlicht, obwohl es bereits ähnliche Dokumente gibt?
Wir sehen, dass viele Unternehmen in Deutschland immer noch mit der Implementierung von KI kämpfen. Dabei entstehen Unsicherheiten, gerade bei ethischen Fragen: Wie setze ich KI verantwortungsvoll ein? Was ist erlaubt, und wie stelle ich sicher, dass ich niemanden benachteilige? Unser Ziel war es, genau hier anzusetzen: Wissen vermitteln, Unsicherheiten abbauen und Unternehmen mit klaren Leitlinien unterstützen. Wenn diese Barrieren überwunden sind, können wir das Potenzial von KI viel besser ausschöpfen.
Was konkret bieten die sechs Prinzipien, die im Whitepaper vorgestellt werden?
Die Prinzipien – Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, Datenschutz, Sicherheit und Robustheit – sind zentrale Leitlinien. Sie helfen Unternehmen nicht nur, Vertrauen aufzubauen, sondern auch, KI nachhaltig einzusetzen. Besonders wichtig ist Transparenz. Unsere begleitende repräsentativen Befragung zeigt, dass 73 Prozent der Deutschen intransparente KI-Produkte meiden würden. Das ist eine klare Botschaft. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind essenziell, um Akzeptanz und langfristige Kundentreue zu sichern.
Wie unterstützt der BVDW Unternehmen konkret bei der Umsetzung dieser Prinzipien?
Wir bieten unseren Mitgliedern eine breite Palette an Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Arbeitsgruppen, Webinare und Weiterbildungen wie unser Kurs zum „AI Officer“. Dieser vermittelt technische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte. Besonders wertvoll sind auch unsere Labs: Hier können sich Mitglieder in lockerer Atmosphäre mit anderen Expert:innen austauschen. Es geht uns darum, Wissen zugänglich zu machen und den Weg für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung zu ebnen.
"Jobs verändern sich, fallen aber nicht weg"
Gibt es auch Stimmen, die meinen, solche ethischen Standards könnten die Entwicklung bremsen?
Diese Bedenken gibt es, und sie sind in Teilen nachvollziehbar. Besonders kleinere Unternehmen mit begrenzten Ressourcen sehen darin manchmal eine zusätzliche Hürde. Ich glaube aber, dass Standards und Regeln letztlich helfen, Klarheit und Sicherheit zu schaffen. Ja, der Einstieg erfordert Aufwand, aber auf lange Sicht macht er Unternehmen agiler und handlungsfähiger. Es ist besser, sich aktiv mit diesen Hürden auseinanderzusetzen, als sie unbewusst als Blockade wahrzunehmen.
Kann der Fokus auf ethische Standards letztendlich ein Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen sein?
Absolut. Regulierung wird oft als Bremse wahrgenommen, aber sie schafft auch Vertrauen und Stabilität – und das sind wichtige Wettbewerbsvorteile. Deutsche Unternehmen, die sich klar zu ethischen Standards bekennen, können sich positiv von der Konkurrenz abheben. Das Vertrauen von Kunden und Investoren basiert auf solchen Prinzipien, und das macht sie zu einem Erfolgsfaktor.
Wie bewerten Sie die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzen könnte?
Diese Diskussion ist vielschichtig und hängt stark von der Branche ab. Sicherlich wird KI repetitive Aufgaben übernehmen, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze verschwinden. Vielmehr verschieben sich Aufgabenbereiche. Es werden neue Rollen entstehen, etwa für die Steuerung von KI-Projekten, die Einhaltung ethischer Standards oder das Change-Management. Kurzfristig wird es eher darauf hinauslaufen, dass sich bestehende Jobs verändern, anstatt dass sie komplett wegfallen.
"Stillstand ist die schlechteste Wahl"
Ein Thema, das ebenfalls stark diskutiert wird, ist der steigende Energieverbrauch durch KI. Wie sieht der BVDW hier die Verantwortung der Digitalwirtschaft?
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für die digitale Wirtschaft, auch für uns als Verband. Wir sehen es als unsere Aufgabe, ein Bewusstsein für die Ressourcen zu schaffen, die Technologien verbrauchen. Das betrifft nicht nur KI, sondern auch die allgemeine Nutzung digitaler Systeme. Mit unserem Corporate Digital Responsibility (CDR) Award zeichnen wir deshalb Unternehmen aus, die nachhaltige, innovative und auch effiziente Lösungen entwickeln.
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