GEO-Strategie: Der Traffic zählt nicht mehr

GEO-Strategie: Der Traffic zählt nicht mehr

Interview

3 Minuten

16.06.2026

Mit dem Aufstieg von ChatGPT, Gemini & Co. hat sich die Sichtbarkeit von Marken im Web verändert. Es geht nicht mehr um klassische Rankings bei Google. Sondern um die Frage, wie Unternehmen in KI-generierten Antworten auftauchen können. Uli Zimmermann, Chef der Agentur eMinded, erklärt, wie eine GEO-Strategie aussehen sollte und welche Kanäle für Marken jetzt wichtig werden.

Was müssen Marken, Händler und Unternehmen in ihrer GEO-Strategie grundsätzlich beachten, wenn sie in KI-basierten Suchen gefunden werden wollen?

Die größte Veränderung findet in der Bewertung von GEO statt: Bei KI-basierten Suchen zählt nicht der reine Traffic, sondern die Sichtbarkeit im Entscheidungsprozess. Und genau für diesen ist es zwingend notwendig, den richtigen Content zur Verfügung zu stellen. Nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern auch abseits davon. Um den KI-Systemen den notwendigen Kontext zum Unternehmen zu geben.

Auf welche Umfelder bzw. Medienkanäle sollten sie deshalb ihre Content-Strategie konzentrieren?

Die Content-Strategie sollte sich immer an der Zielgruppe orientieren. Entscheidend ist, die Kanäle zu identifizieren, auf denen sich die Zielgruppe tatsächlich aufhält – sei es LinkedIn für B2B, Instagram für Lifestyle-Themen oder YouTube für informationsgetriebene Suchen. Unternehmen sollten genau dort hochwertigen Content bereitstellen, wo ihre Zielgruppe aktiv ist, um maximale Relevanz und Wirkung zu erzielen.

Auf welche Umfelder bzw. Medienkanäle ist eine GEO-Strategie nur sehr eingeschränkt anwendbar?

GEO stößt in "Walled Gardens" wie WhatsApp oder geschlossenen Communities an Grenzen, da KI-Crawlern der Zugriff fehlt. Ebenso in regulierten Bereichen wie Finanzen, Gesundheit oder Echtzeit-News greift GEO kaum, da KI-Modelle auf starre Filter und Primärquellen setzen.

In welchen Bereichen lässt sich die Darstellung einer Marke in KI-Antworten nur schwer beeinflussen?

Schwer steuerbar ist das Sentiment-Mapping: Die KI extrahiert die Tonalität aus Web-Diskursen und ordnet der Marke feste Attribute zu, wie zum Beispiel "unzuverlässig". Da dieses "Stimmungsbild" tief in den Trainingsdaten verankert ist, lässt es sich durch punktuelle Optimierung kaum brechen. Die Marke wird zum Spielball einer Logik, die kollektive Erfahrung über Marketing-Sprech stellt.

Interview: Helmut van Rinsum

Uli Zimmermann ist Gründer und Geschäftsführer der Online Marketing Agentur eMinded in München. Zuvor war er Geschäftsführer bei Alphatier sowie der getperformance GmbH. Zimmermann ist zudem Stellvertretender Vorsitzender in der Foklusgruppe Search beim Digitalverband BVDW.

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